Botschaften mit Musik und Humor – Gegen Menschenverachtung und Nazis – bei “Hamburg und alle stehen auf!” wurde auch gefeiert und gesungen

- "One Fine Day" auf der Spielbude in Hamburg
Wir wären nicht wir, wenn wir Kundgebungen ohne Musik und auch Spaß gestalten. Die rechtsextreme Internetseite “Altermedia” schätzte, dass ca 50 bis 100 Menschen “Hamburg und alle stehen auf!” auf dem Spielbudenplatz verfolgten. Wir möchten zumindest erwähnen, dass wir immer wieder ca. 1.000 bis 1.500 unterschiedliche Menschen zählten. Sozusagen wechselndes Publikum. Abgesehen davon, dass die Café´s um den Platz herum, aussen gefüllt waren. Also, liebe Rechtsextreme “Zählen will gelernt sein!” . Wunschdenken nützt da gar nichts. Schillernde musikalische Highlights waren an diesem Tage”One Fine Day”, “Casper”, “Nosliw” und “D-Flame.”. Am schwersten hatten es “Low Parker”, die “Mikrofon Mafia” und “The Horst”, dies lag aber eher an der frühen Tageszeit ihres Auftritts, denn die Veranstaltungen auf dem Kiez fangen eigentlich erst nachts an, wie Hans Albers es schon besang. Nach der Kundgebung hieß es dann für den Extra3 Moderator Tobi Schlegl und unseren Kampagnenleiter, vom Tage ermüdete Beine zum Tanzen zu bringen. Bis um vier legten die Beiden querbeet auf und verzückten mit guter Musik aus Alternative und so allerlei.
“The Horst” aus Berlin und Münster:
Der Frontmann des Openers “The Horst” ist eigentlich Produktmanager bei Universal Music und leidenschaftlicher Anhänger aller musikalischen Richtungen. Extra aus Berlin und Münster reiste die Band auf dem Spielbudenplatz an. Nun sicher, die Zeit des Auftritts war nicht einfach und trotzdem hatten rund 200 Gäste bereits um ca. 15.00 Uhr ihren Spaß und hörten engagiertem Pop-Gitarren-Country gerne zu. Das Engagement der Band war deutlich. Wer von der Ferne auf den Spielbudenplatz kommt, setzt ein Zeichen.
Die Mikrofon Mafia
Die Familie Bajarano und Rap? Esther Bajarano arbeitet mit ihren 85 Jahren gegen das Vergessen und damit gegen Menschenverachtung. Sie gehört dem Auschwitz Komitee an und berichtet bei Schulvorträgen über das Erlebte als Verfolgte der Nazis. Eine beeindruckende Frau. Sie ist klein aber so groß. Gemeinsam mit HipHoppern trug die Familie Bajarono Texte vor, die ganz klar machen, welche Grundlage für ein Miteinander geschaffen werden sollte. Vor der Bühne entdeckten wir eine kleine Fangruppe aus FC St. Pauli Anhängern. Esther Bajarano-wir zollen ihr ein, wenn nicht den höchsten Respekt an diesem Tage.
Lo Parker:
Auch die Band Lo Parker ist 300 km weit gefahren, um mit Gitarren-Pop ein Statement auf dem Spielbudenplatz – Hamburg abzugeben. Sie rockten und interpretierten diverse Coverversionen in ihrem eigenen Style. Den Osnabrückern war für das Motto kein Weg zu weit.
D-Flame
Mit D-Flame verbindet uns eine ganze Menge. Bereits im Jahre 2000 ging er für die Kampagne “Mut gegen rechte Gewalt” auf Tournee. Unser Kampagnenleiter arbeitete damals für die stern-Aktion. Er fuhr gemeinsam mit anderen Künstlerinnen und Künstlern zu Brennpunkten, an denen Rechtsextreme eine erhöhte Präsenz hatten. Darunter die erste von Rechtsextremen so genannte “nationalberfreite Zone” Wurzen in Sachsen. D-Flame engagiert sich aber auch bereits seit sechs Jahren für “Laut gegen Nazis”. Im März 2010 prägte er auch die “Internationalen Wochen gegen Rassismus” in Saarbrücken. Auf dem Spielbudenplatz empfingen ihn ca. 1.000 Gäste. Im Anschluss empfehlen wir seine neue Single als Video.
Nosliw
“Nazis raus”, so heißt die Single von Nosliw, die unsere Hymne wurde. Derzeit ist diese zugunsten unserer Kampagne über I-Tunes für 0,99 € erhältlich. Ziel ist es, diesen wunderbaren Titel in die deutschen Single Charts zu bringen. Der Spielbudenplatz füllte sich weiter. Mit einer großartigen Band interpretierte er beste Musik. Seine Statements zum Thema Menschenverachtung kamen an. Ein etwas älterer Herr wendete sich an uns, mit der Bitte um ein Autogramm bzw. mit der Bitte diese Band doch viel mehr zu promoten. In diesem Sinne empfehlen wir Nosliw als super Liveact. Achtet auf seine Tourdaten.
Casper
Casper ist ein Ausnahme-Musiker. Früher war er Punkrocker und entdeckte das Rappen als Instrument, Botschaften zu vermitteln. Das Ergebnis ist eine Live-Mischung aus HipHop und Punkrock. Die Besucher der Veranstaltung gingen ab. Seine Band fuhr ein volles Brett und er selbst zeigte sich als Sänger/Rapper mit Charisma. Extra aus Berlin sind er und seine Jungs angereist, um ein Statement gegen Menschenverachtung für den Respekt des Anderen abzugeben. Das Publikum feierte ihn frenetisch.
“One Fine Day”
Nach ihrem Single-Erfolg “Emily”, warteten wahre “One Fine Days” – Fans vor der Bühne. 90 Minuten lang heizte die Band dem Publikum ein. “Emily” präsentierte der Sänger Marten Pulner allein am Keyboard als Zugabe. Die Band hatte sich nicht lange bitten lassen, als wir sie kurzfristig für die Kundgebung “Hamburg und alle stehen auf!” anfragten. Unkompliziert und schnell, sagte sie ob des politischen Statements zu. One Fine Day bildeten den Abschluss eines langen positiven Tages mit vielen Botschaften.
Die Kundgebung “Hamburg und alle stehen auf!”-2010 wurde um 22.10 Uhr offiziell beendet. Während der zehn Stunden Veranstaltungsdauer gab es keine besonderen Vorkommnisse. So würde es wahrscheinlich im Polizeibericht stehen. Die Hamburger und die Zaungäste um den Spielbudenplatz herum, haben ein Zeichen aus der Zivilgesellschaft gesetzt. Während der gesamten Veranstaltung haben einige wenige Streifenpolizisten und die Davidswache gereicht. Auch, wenn viele es nicht wahr haben wollen. Wir haben am 04. September 2010 eine friedliche Botschaft versandt. Die Botschaft, dass es möglich ist die verschiedenen Elemente einer Zivilgesellschaft für eine Welt ohne Rassismus, Antisemitismus, Homophobie, Hass, Gewalt und Menschenverachtung zusammen zu bringen. Friedlich! Das ist die wichtigste Begleiterscheinung von “Hamburg und alle stehen auf!”. Nach dem 01. August 2009 war diese Kundgebung die zweite in ihrer Form.
Dank aller Beteilgten, insbesondere Corny Littman, Tobias Wegmann, Jochen Bohnsack und den Unternehmen Spielbudenplatz Betreiber GmbH, dem Schmidt´s Tivoli und so vielen anderen, wird es auch ein “Hamburg und alle stehen auf!”-2011 geben. Hier werden wir in den nächsten Wochen in die Vorbereitung gehen.
Wir bedanken uns ganz besonders bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und dem Moderationsteam:
Alex Schmitz (Stagemanagement)
Tobias Wegmann (Moderation)
Sarah W. (Moderation)
Valerie (Moderation)
Nadine E. , Sonja F., Sebastian M., Andrea C., Simone K. und allen anderen
Die Redner im Rahmen von "Hamburg steht auf!"

- Foto: Dr. Peter Zeggel (Vorstand Hansa Rostock), Bastian Reinhardt (Vorstand Hamburger Sportverein), Stefan Orth (Präsident FC St. Pauli), Bernd Hofmann (Vorstandsvorsitzender FC Hansa Rostock), Thomas Abrokat (Aufsichtsrat FC Hansa Rostock) – eine Einheit gegen Menschenverachtung, Gewalt und Hass
Am Samstag, den 04. September 2010 war es endlich so weit. Um 14.00 Uhr eröffneten die Moderatorin Sarah (LGN) und Tobias (LGN) die Kundgebung “Hamburg und alle stehen auf!” auf dem Spielbudenplatz Hamburg. Dieser Nachbericht kann nicht alles wieder spiegeln, aber soll einen Eindruck vermitteln wie wichtig es ist Zusammenschlüsse für eine Welt ohne Rassismus, Antisemitismus, Homophobie, Gewalt, Hass und Menschenverachtung zu schaffen. An die Adresse derer, die in den letzten Wochen glaubten, dass wir als Kampagne nicht mehr lange existieren werden, sei gesagt: Dank der Unterstützung so vieler Menschen, Medien und Institutionen haben wir Mut gefasst. Wir sind wirtschaftlich zwar noch nicht über den Berg und sind weiterhin von dem Wohlwollen der Wirtschaft und vieler Spender abhängig. Aber der 04. September 2010 macht uns mehr als nur sicher, dass wir auch in Zukunft für die Freiheit eines jeden eintreten können und mit vielen anderen einen Gegenpol gegen den wachsenden Rechtsextremismus in Deutschland setzen werden. Der Europaparlamentarier Knuth Fleckenstein bemerkte bei einer Vorbesprechung, dass er heraus gefunden habe, wir seien für so manchen unbequem. Dies werden wir auch bleiben. Auf dem Spielbudenplatz war am Samstag von dieser Eigenschaft nur wenig zu spüren. Wir müssten uns nun bei vielen Unterstützern bedanken. Die Liste ist groß. Hier werden wir innerhalb der nächsten Wochen und Tage eine Dankesliste auf www.lautgegennazis.de veröffentlichen. Vorab sei gesagt, jede Spende jedes Sponsoring hilft uns weiter zu machen und denjenigen, die uns jetzt schon tatkräftig wirtschaftlich unterstützen, durch kleine und große monetäre Hilfen, senden wir hier über diesen Blog schon jetzt ein großes und herzliches Dankeschön.
Symbolträchtig und historisch war der Auftritt der Präsidien des Hamburger Sportvereins (HSV), des FC St. Pauli und des FC Hansa Rostock.
Der Justizsenator der Hansestadt Hamburg Dr. Till Steffen hielt um 14.40 Uhr die Eröffnungsrede zu “Hamburg und alle stehen auf!”:
In seiner Eröffnungsrede machte Dr. Till Steffen deutlich wie wichtig es sei gegen rechtsextreme Tendenzen und Nazis in Deutschland vorzugehen. Er bestätigte, dass diese Szene wächst und machte dies auch anhand von Zahlen des Verfassungsschutzes deutlich. Sein Fokus lag gerade auf Hamburg. Über 500 Rechtsextreme sind in der Stadt an der Elbe organisiert. Bei den Opferzahlen wies er auf die hohe Dunkelziffer hin. Er begrüßte das Engagement der Menschen, die zivilgesellschaftlich durch die Gründung von Initiativen, Stiftungen und Kampagnen gegen den braunen Sumpf agieren. Politik trage mit Verantwortung. In dieser Verantwortung sieht er sich auch. Aus diesem Grunde war eine Beteiligung an der “Laut gegen Nazis” Kundgebung eine Selbstverständlichkeit. Herr Dr. Till Steffen ist einer der Motoren für die Stadt Hamburg, die sich “Opfern rechter Gewalt” annehmen wollen. Derzeit werden mobile Beratungsteams gebildet, da Opfer rechter Gewalt im besonderen Maße Gewalt erfahren und eine Betreuung sehr wichtig ist. Hier stimmen wir zu und hoffen, dass Opferberatungsstellen in West-/ und Ostdeutschland normal werden. In Ostdeutschland sind diese Institutionen nach der Wende aufgrund der damaligen Ereignisse wie Hoyerswerda, Rostock-Lichtenhagen und vielen weiteren rechtsextremen Übergriffen, eingerichtet worden.
Der DGB Vorsitzende Hamburgs Uwe Grund:
Uwe Grund bestärkte noch einmal, dass der DGB als Gewerkschaft sich selbstverständlich des Themas Rechtsextremismus annehmen muss. Auch in den Betrieben sei dies kein Phänomen mehr und der DGB sieht sich in der Pflicht auch in diese Richtung zu beraten. Dem DGB ist es zu verdanken, dass die Familie Bajarano gemeinsam mit der Mikrofon Mafia auf der Bühne des Spielbudenplatzes auftreten konnte. Hierfür wurden die Kosten von der Gewerkschaft übernommen. Die Mikrofon Mafia ist ein besonderes Musikprojekt, welches HipHop präsentiert. Für alle beeindrucked. Die Frontfrau der Mikrofon Mafia ist Esther Bajarano, die das Martyrium der Nazis selber erlebte und dem Auschwitz Komitee angehört. Esther Bajarano ist inzwischen 85 Jahre alt und hat bei vielen jungen Menschen große Fans gefunden.
Der Abgeordnete der Hamburger Bürgerschaft Farid Müller (Die Grünen):
Farid Müller hielt auch in Bezug auf den Alltagsrassismus seine Rede. Hierbei war natürlich auch Thilo Sarrazin ein Thema. Er machte deutlich, dass Rechtsextreme, Rassisten, Antisemiten und Homophobe nicht mehr an ihrer Äußerlichkeit erkennbar sind. Das Handeln eines jeden muss im Vordergrund stehen. Insbesondere mehren sich auch Angriffe auf Homosexuelle durch Rechtsextreme. Als weiterer Vertreter der Stadt Hamburg machte er deutlich, dass Handlungsbedarf besteht. Zudem unterstütze er auch “Laut gegen Nazis”, wie er auch alle anderen Projekte gegen Menschenverachtung unterstütze. Er sei froh, dass Hamburger zum Spielbudenplatz gekommen seien und ein Zeichen setzen wollen.
Der Europaabgeordnete Knuth Fleckenstein (SPD)
Die Geschichte unseres Landes fordert ein Handeln. Europa schaut genau aus diesem Grunde immer noch auf Deutschland, wenn es um rechtsextreme Tendenzen geht. Auch 65 Jahre nach der Beendigung des Naziregimes sei es insbesondere wichtig, Zeichen in diese Richtung zu setzen. Knuth Fleckenstein macht auch deutlich, dass gerade solcherlei Äußerungen von Thilo Sarrazin die antisemitisch oder rassistisch sind, nicht tragbar sind. Menschen die ein solches Amt bekleiden und in alten Mustern denken, sind nicht tragbar und beeinflussen. Wichtig sei es junge Menschen immer wieder mit unserer Geschichte und Themen wie dem aktuellen Rechtsextremismus, zu konfrontieren. Dies sagte er auch als Vorsitzender des Bertini-Preises, der an Schülerinnen und Schüler für ein erhöhtes Engagement verliehen wird. Knuth Fleckenstein sucht aber auch in Zukunft nach einem Weg, die Kampagne “Laut gegen Nazis” auf eine feste wirtschaftliche Grundlage zu stellen. Zumindest hat er Hilfe bei Gesprächen mit entsprechenden Institutionen angekündigt. Wir danken.
Corny Littmann & Peggy Parnass (Autorin/Journalistin):
Die Umsetzung von “Hamburg und alle stehen auf!” haben wir insbesondere einem Mann zu verdanken. Corny Littmann engagiert sich seit Jahren für die Kampagne “Laut gegen Nazis”. Er rief auf unserer Pressekonferenz am 19. August 2010 zu Spenden für uns auf und ermöglichte selber eine Spende von 6.000,– €. Für ihn ist es eine Selbstverständlichkeit sich zu engagieren. Homophobie ist für Corny ein Thema, welches zum Thema Rechtsextremismus gehört. Er ist schwul und kennt Anfeindungen aus der Gesellschaft nur zu gut. Rassismus, Antisemitismus und Menschenverachtung gehören nicht in diese Welt. Fast eine Hommage an unsere Kampagne konnten wir von der Bühne des Spielbudenplatzes hören. Als Begleitung brachte Corny Peggy Parnass mit. Peggy Parnass kennt die Verbrechen der Nazis aus der eigenen Geschichte. Sie sagt “Ihr fordert immer Nazis raus-aber wohin mit ihnen – zum Mond?” Nein sie fordert die Auseinandersetzung der Gesellschaft mit diesem Thema. Charmant und mit einem wunderbaren Humor. Corny wies noch einmal auf die Verantwortung der Wirtschaft hin. Sie kann sic nicht aus der Verantwortung ziehen. Er lobte die “Deutsche Kreditbank”, die mit ihm gemeinsam dafür sorgte, dass die Kosten unserer Veranstaltung durch ein zusätzliches Sponsoring gedeckt sind. Die Deutsche Kreditbank ist seit ein paar Tagen auch offizieller Partner der Kampagne “Laut gegen Nazis”. Das Statement veröffentlichen wir in den nächsten Stunden. Corny Littmann kündigte an,. dass “Laut gegen Nazis” mit “Hamburg und alle stehen auf!” auch im Jahr 2011 auf dem Spielbudenplatz ein Zeichen setzen wird und sagte-wir werden nicht müde!
Jörn Menge / Kampagnenleiter "Laut gegen Nazis":
Er fügte an alle vorangegangenen Redebeiträge, die vollkommen im Sinne des Tages und der Zeit standen, an: “Nicht nur die Schläger, sondern die Biedermänner-/und Anzugrassisten sind die gefährlichen, weil sie mit ihrer Auffassung Menschen beeinflussen und nicht zu erkennen sind. Alltagsrassismus, täglicher Antisemitismus und Homphobie sind neben rechtsextremer Einstellungen die Grundlage für Menschenverachtung. Hass und Gewalt sind die Folge des Ganzen. Die wichtigste Nachricht für die Kampagne war, dass wir aufgrund der starken anrollenden Unterstützung im Oktober 2010 bestimmt nicht aufhören. Jetzt werden wir versuchen eine langfristige Lösung für die Existenz zu finden. Er bedankte sich bei allen Beteiligten und denjenigen, die uns weiterhin unterstützen. “Laut gegen Nazis” ist nicht tot-verbunden mit einem schönen Gruß an die NPD-Hamburg die dies schon einige Wochen zuvor zynisch vermutete!










