Tayfun Bademsoy und Kai Lentrodt

- Hörbuch Nr. 5, gelesen von Tayfun Bademsoy und Kai Lentrodt
Die Schauspieler Tayfun Bademsoy und Kai Lentrodt lesen Reportagen und Erzählungen von Erwin Kisch & Alfred Döblin.
Tayfun Bademsoy liest zwei atmosphärische Texte des „Berlin Alexanderplatz“- Autors Alfred Döblin, der 1934 als jüdischer Sozialist aus Deutschland emigrieren musste, sowie zwei Texte des „rasenden Reporters“ Egon Erwin Kisch, der 1933 als tschechoslowakischer Staatsbürger von der Gestapo ins Ausland abgeschoben wurde, darunter dessen berühmte jüdische Erzählung „Des Parchkopfs Zähmung“.
Kai Lentrodt interpretiert mit seiner starken und emotionalen Stimme Döblins expressionistische Erzählung „Die Ermordung einer Butterblume“, umrahmt von zwei hochinteressanten journalistischen Texten Kischs. Dieses Hörbuch ist eine Hommage an zwei bedeutende Autoren, die von den Nazis verfolgt wurden.
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Heinz Rudolf Kunze und Tobias Künzel

- Hörbuch Nr. 4, gelesen von Heinz Rudolf Kunze und Tobias Künzel
Tobias Künzel (Die Prinzen) und Heinz Rudolf Kunze lesen „Abgehört“ von Sönke Neitzel und Auszüge aus Erich-Maria Remarques „Zeit zu leben und Zeit zu sterben“.
Sönke Neitzels Werk „Abgehört“ bietet einen teils erschreckenden, teils überraschenden Einblick in die privaten Gespräche deutscher Generäle, die 1942 bis 1945 im Anwesen Trent Park bei London als Kriegsgefangene untergebracht waren und vom britischen Geheimdienst abgehört wurden. Heinz Rudolf Kunze und Tobias Künzel schlüpfen in die Rollen dieser Generäle. Die offenen Aussagen über Politik und Krieg, mal ideologisch verblendet, mal opportunistisch sind ein aufschlussreiches, erschreckendes Zeitzeugnis.
Die von Heinz Rudolf Kunze gelesenen Auszüge aus „Zeit zu Leben und Zeit zu sterben“ schildern das drastische Grauen des Zweiten Weltkrieges und stehen im Gegensatz mancher Zitate deutscher Generäle aus „Abgehört“ von Sönke Neitzel.
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Silbermond

- Hörbuch Nr. 3, gelesen von Stefanie Kloß und Andreas Nowak
„Mein Vater war 1,80 m groß. Er hatte leuchtend blaue Augen, dunkles Haar und einen gepflegten kurzen Schnurrbart, der mich immer kitzelte, wenn er mich küsste.“
Mit diesem Zitat eröffnet die Geschichte von Benno, dem Vater von Lucille Eichengreen, geb. Cecilie Landau. Die Geschichte, mit der Stefanie Kloß die Aufnahme ihres ersten Hörbuchs begann. Tief bewegt und ergriffen war die Sängerin der Band „Silbermond“ bei ihrer Lesung - diese Emotionen kann auch der Hörer spüren.
Stefanie Kloß liest Kapitel aus dem Buch „Von Asche zum Leben“ von Lucille Eichengreen, die den Holocaust am eigenen Leibe zu erleiden hatte. Sie durchlebte das Grauen der organisierten Morde der Nazis. Sie verlor ihre Familienangehörigen durch die Mordmaschinerie des Regimes. - Mittels der Stimme einer jungen Frau macht dieses dritte Laut-gegen-Nazis-Hörbuch die grausame Geschichte greifbar. Nach den Aufnahmen im „Küß mich Studio“ in Berlin-Kreuzberg waren alle Beteiligten von der Traurigkeit des Textes und zugleich von der intensiven Interpretation Stefanies benommen.
Der Schlagzeuger von „Silbermond“, Andreas Nowak, las für das Hörbuch zusätzlich Gedichte der Holocaust-Überlebenden Ruth Rosenfeld ein, die die Gefühle einer jüdischen Jugendlichen in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts einfangen und widerspiegeln.
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Smudo und Peter Lohmeyer

- Hörbuch Nr. 2, gelesen von Smudo und Peter Lohmeyer
„Ja, warum nehmen Sie denn den Arm nicht herunter? Was soll denn das heißen?“ – „Aufgehobene Rechte!“ (aus: „Das Fragment vom Schneider“ von Werner Finck).
Smudo (Die Fantastischen Vier) und der Schauspieler Peter Lohmeyer vertonten für ihr Hörbuch gemeinsam bissige Gedichte, Dialoge und Kurzgeschichten des Kabarettisten und Autors Werner Finck. Tiefgründig und nachdenklich, mit oft zynischem Humor hat dieser einst die Zeit des Nationalsozialismus aufgearbeitet und wurde zu einem der bedeutendsten Kabarettisten seiner Zeit - auch nach dem Krieg. Finck selbst erhielt vom damaligen Propagandaministerium des Josef Goebbels Auftrittsverbot. - Die gemeinsame Lesung von Peter Lohmeyer und Smudo ist eine gelungene Premiere, die zeigt, wie man sich mit vereinten Kräften gegen Nazis stark machen kann und welch subversive Kraft Humor besitzt.
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Jo Brauner, Julia Westlake und Noah Sow

- Hörbuch Nr. 1, gelesen von Jo Brauner, Julia Westlake und Noah Sow
„Ich habe viel Schuld, das weiß ich, Herr Hauptmann. Aber ich habe mit der Tötung der Juden nichts zu tun.“
Dieses Zitat des NS-Verbrechers Adolf Eichmann geht unter die Haut, vor allem, wenn Jo Brauner es ertönen lässt. Der Tagesschau-Sprecher übernahm auf dem ersten Laut-gegen-Nazis-Hörbuch die Rolle von Eichmann im Verhör durch den israelischen Hauptmann Avner Less (gelesen vom 81- jährigen Zeitzeugen Uwe Storjohann). Während der Aufnahmen wurde die Perversion des „Normalen“ einmal mehr deutlich. Eine Perversion, die durch das gesprochene Wort eine grausame Intensität erhält und zugleich beängstigt.
Julia Westlake las im Spiegel und Kontrast zu diesem Verhörprotokoll Erlebnisberichte Überlebender des Holocaust ein. Und dies so ergreifend, dass der Hörer beinahe glaubt, nicht vorhandene Geräusche zu hören – wie etwa die des zuklappenden Riegels eines Güterwaggons, der für die Deportationen nach Auschwitz genutzt wurde. -
Im zweiten Teil des Hörbuches liest die Moderatorin und Musikerin Noah Sow aus Hannah Arendts Buch „Eichmann in Jerusalem“. Hannah Arendt begleitete den Prozess gegen Eichmann als Journalistin und beschreibt die sich ihr darstellende reale Unmenschlichkeit dieses Verbrechers und ihre ganz persönliche Sicht der Verhandlung.
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